Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Staatliche Symbole sind keine Markenlogos

04.05.2026
Stellungnahme

Staatliche Symbole sind keine Markenlogos

Stellungnahme des Bundesvorstandes des Reichsbanners Schwarz-Rot Gold zur aktuellen Praxis der Verwendung von Markenlogos durch die Bundesländer.

Als Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold sind wir davon überzeugt, dass eine gemeinsame nationale Identität erheblich zur Stabilität einer demokratischen Gesellschaft beitragen kann. Vor dem Hintergrund der föderalen Geschichte Deutschlands trifft dies ebenso auf die Bundesländer zu. Gemeinsame Symbole stiften Identität und schaffen Orientierung. Sie erinnern daran, dass der Staat mehr ist als Verwaltung und ein funktionaler Dienstleister.

In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben sich die deutschen Bundesländer eigene Markenauftritte gegeben. Offiziell ersetzen diese die bestehenden Landeswappen nicht, jedoch führen sie in der Praxis dazu, dass die historischen Wappen immer mehr in den Hintergrund treten. Auf Briefköpfen der Verwaltung, Internetseiten, Kampagnen, Broschüren und in der Außendarstellung der Bundesländer dominieren dabei zunehmend grafisch vereinfachte Zeichen und Markenauftritte. Aktuelle Beispiele wie Hessen und Baden-Württemberg zeigen diese Entwicklung besonders deutlich.

Was als zeitgemäße und moderne Gestaltung erscheint, ist kulturell jedoch nicht folgenlos. Denn staatliche Symbole erfüllen eine andere Funktion als Markenlogos großer Unternehmen. Sie sollen nicht Aufmerksamkeit auf einem Markt erzeugen, nicht Wiedererkennbarkeit im Sinne einer Marke optimieren und nicht in regelmäßigen Abständen an gestalterische Moden angepasst werden.

Ein Bundesland ist kein Unternehmen. Es braucht keinen Markenauftritt, der alle paar Jahre überarbeitet wird. Es braucht sichtbare Zeichen seiner Geschichte, seiner Legitimität und seiner politischen Eigenständigkeit. Die Landeswappen verkörpern genau dies als identitätsstiftendes Symbol. Der brandenburgische Adler lässt sich in seinen Ursprüngen bis in das Jahr 1170 zurückverfolgen. Die Wappen des Saarlandes verweist unter anderem auf das Kurfürstentum Trier und auch der hessische Bunte Löwe hat seine Ursprünge im Mittelalter. Solche Symbole sind keine austauschbaren Gestaltungsobjekte.

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold steht aus seinen Grundsätzen heraus für die bewusste Pflege solcher identitätsstiftenden Symbole. Wo republikanische Zeichen sichtbar sind, wird die Republik auch identitätsstiftend erfahrbar. Wo sie zurücktreten, gehen Identität und Stabilität unserer Demokratie verloren.

Wir kritisieren deshalb das schleichende öffentliche Verschwinden historisch gewachsener und jahrhundertealter Staatssymbole aus dem Alltag. Wo an die Stelle von Wappen vor allem Markenlogos treten, verändert sich auch das Verhältnis des Staates zu sich selbst. Seine Symbolik wird funktionalisiert, vereinfacht und ihrer Tiefe beraubt.

Wir fordern daher die konsequente Verwendung der hoheitlichen Landeswappen - auch im Rahmen von Markenauftritten - und eine stärkere öffentliche Präsenz staatlicher Symbolik insgesamt. Dazu gehört auch, die Bedeutung dieser Zeichen, der Landesflaggen und deren Geschichte stärker zu vermitteln.

Eine starke Republik braucht starke und sichtbare Symbole.

Logos deutscher Bundesländer

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