Joachim Gauck wird Ehrenmitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold
Im Zuge der Teilnahme von Dr. h.c. Joachim Gauck bei der Gedenkveranstaltung zur Ermordung von Erich Schulz am 25. April 2026 auf dem Berliner Friedhof Columbiadamm wurde der ehemalige Bundespräsident zum Ehrenmitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. ernannt.
Der Bundesvorsitzende Dr. Fritz Felgentreu dankte Gauck im Namen des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold für seine Arbeit für unsere Demokratie:
Sie haben in Ihren Staatsämtern immer aus einer Erfahrung heraus gesprochen und gehandelt, die für das Reichsbanner konstitutiv ist: Dass es nämlich nicht selbstverständlich ist, in Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu leben. Dass diese unverzichtbaren Rahmenbedingungen für ein gutes Leben als Mensch und als Staatsbürger erkämpft werden und verteidigt werden müssen.
Felgentreu betonte zudem Gaucks innige und überzeugte Verbundenheit zu den demokratischen Farben Schwarz-Rot-Gold:
In den Farben der Nation haben Sie dementsprechend auch immer denselben Symbolgehalt erkannt und ihnen denselben Wert beigemessen wie wir. Und so wächst mit Ihrer Bereitschaft, unsere Ehrenmitgliedschaft anzunehmen, aus unserer Sicht zusammen, was zusammengehört: Mann und Wort am rechten Ort.
Der evangelische Theologie Joachim Gauck spielte als Mitglied des Neuen Forums eine aktive Rolle bei der friedlichen Revolution gegen die SED-Diktatur und gestaltete die Wiedervereinigung Deutschlands als Abgeordneter der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR sowie als Vorsitzender des Sonderausschusses zur Kontrolle der Auflösung des ehemaligen Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) .Zehn Jahre lang leitete er als erster Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen die nach ihm ihm benannte „Gauck-Behörde“, die die schriftliche Hinterlassenschaft des MfS verwaltete und zugänglich machte. Er war einer der Initiatoren der Erklärung über die Verbrechen des Kommunismus. Immer wieder betonte Gauck als Bundespräsident die Notwendigkeit starker demokratischer Institutionen, aber auch die Notwendigkeit eines stärkeren politischen Engagements der Bürger.
Joachim Gauck zeigte sich nach der Überreichung der Urkunde und des Bundesehrenabzeichens tief geehrt und sichtlich erfreut über die Würdigung.
In seiner Ansprache vor zahlreichen Kameraden und Gästen betonte er die historischen Leistungen des Reichsbanners und dessen Beiträge zur Verteidigung der Demokratie. Er würdigte am 101. Todestag des Reichsbanner Kameraden Erich Schulz dessen Kampf für ein demokratisches Deutschland:
Sein Leben erinnert uns an etwas, das in freien Gesellschaften gern verdrängt wird: Freiheit ist verwundbar. Demokratie ist verletzlich. Und sie bleibt es. Darum ist unser Auftrag heute klar: Wir lassen nicht zu, dass Hass und Gewalt den öffentlichen Raum bestimmen.
Im Anschluss legten Joachim Gauck, Fritz Felgentreu und Vertreter des Senats von Berlin, der SPD, der CDU, der Bundeswehr, der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte und der Aktion 18. März Kränze am Grab von Erich Schulz nieder. Ein Ehrenposten des Wachbataillons beim Bundesministerium der Verteidigung sowie Trompeter des Stabsmusikkorps der Bundeswehr sorgten für einen würdigen Rahmen.
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