Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Gedenktafel-Enthüllung für Rudolf Marek

Landesverband Sachsen
Datum
Freitag, 13. November 2026, 14:00 Uhr
Ort

Bürgerzentrum
Leipziger Straße 39
09113 Chemnitz

Gedenktafel-Enthüllung für Rudolf Marek

Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und der Landesverband Sachsen des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold laden zur feierlichen Enthüllung einer Gedenktafel für den Eisenbahner und Reichsbanner-Kameraden Rudolf Marek in Chemnitz ein.

Programm

Begrüßung

  • Dr. Stefan Heinz
    Wissenschaftlicher Mitarbeiter Gedenkstätte Deutscher Widerstand
  • Marlon Bünck
    Landesvorsitzender Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten, Landesverband Sachsen e.V.
  • Antje Richter
    Koordinatorin Bürgerplattform Chemnitz Mitte-West


Ansprache

  • Detlef Müller
    Mitglied des Stadtrates von Chemnitz
    Konzernleitung Deutsche Bahn AG


Feierliche Enthüllung

  • Matthesstraße 52 (Fußweg 400 Meter)

 

Wir würden uns sehr freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Rudolf Marek

30. November 1915 – 26. Juni 1932

Rudolf Marek, geboren in Chemnitz, wuchs in einer Arbeiterfamilie auf und begann 1929 eine Lehre bei den Ausbesserungswerkstätten der Reichsbahn. Als Lehrling organisierte er sich gewerkschaftlich im Einheitsverband der Eisenbahner Deutschlands (EdED). Früh engagierte er sich in der Jugendorganisation des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, der größten demokratischen Schutzorganisation der Weimarer Republik. Ab 1931 gehörte Rudolf Marek der Jungbanner- Kameradschaft Chemnitz-Schloß an. Das von der Reichsbanner- und Jungbanner-Abteilung Chemnitz-Schloß genutzte Vereinslokal „Ohne Bedenken“ hatte seinen Sitz in der Matthesstraße 52.

Am 25. und 26. Juni 1932 sicherte eine Reichsbanner- Formation – darunter der 16-jährige Rudolf Marek – eine Sonnenwendfeier der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) mit rund 500 Teilnehmenden in Limbach ab. Nach vorangegangenen Provokationen durch lokale SS- und SA-Einheiten kam es am Nachmittag des 26. Juni im nahe gelegenen Rußdorf zu einem tödlichen Überfall: Nationalsozialisten beschossen eine Reichsbanner-Kolonne nahe einem bekannten NS-Treffpunkt. Rudolf Marek wurde von zwei Schüssen tödlich getroffen.

Die Brutalität der politischen Gegner zeigte sich auch nach der Tat in einem anonymen Drohbrief an die Eltern, in dem der Tod des Jugendlichen hasserfüllt gefeiert und die Vernichtung aller „Lumpen-Genossen“ gefordert wurde. Die Beerdigung Rudolf Mareks Ende Juni 1932 entwickelte sich jedoch zu einer beeindruckenden Demonstration für die Republik: Über 20.000 Menschen schlossen sich dem Trauerzug der „Eisernen Front“ an.

Rudolf Mareks Lebensweg erinnert uns daran, dass die freiheitliche Gesellschaft, in der wir heute leben, keine Selbstverständlichkeit ist. Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind Privilegien, die jede Generation aufs Neue schützen muss.