Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Ehrung für Kurt Schumacher in Hannover

28.04.2025  • 
Landesverband Hamburg

Ehrung für Kurt Schumacher in Hannover

In der niedersächsische Landeshauptstadt Hannover wurde am Mittwoch, dem 23. April, ein Stolperstein für den ehemaligen SPD-Vorsitzenden und NS-Verfolgten Dr. Kurt Schumacher verlegt. Stephan Weil als Ministerpräsident und Belit Onay als Oberbürgermeister waren persönlich anwesend. Mit dabei auch eine Abordnung der Reichsbanner-Regionalgruppe Hannover. 

Bericht von Ralf Hermes, Regionalsprecher Hannover

Die Initiative für die Verlegung geht zurück auf die Arbeitsgemeinschaft ehemals verfolgter und inhaftierter Sozialdemokraten (AvS), hier konkret auf unseren Kameraden Wolfgang Kopitzsch als Vorsitzenden, Friederike-Juliane Cornelßen und Dr. Holger Martens als Stellvertreter. Die AvS hat auch die Patenschaft für den Stolperstein in der Heinrich-Heine-Straße 4 übernommen. 

Ministerpräsident Weil hob hervor, dass Kurt Schumacher ein entschiedener und unnachgiebiger Gegner des Nationalsozialismus und eine der prägendsten und herausragendsten Persönlichkeiten der deutschen Sozialdemokratie und der deutschen Nachkriegsgeschichte war. Möge sein Stolperstein nicht nur ein Symbol der Erinnerung sein, sondern auch eine Mahnung, niemals nachzulassen im Kampf für die Demokratie. Oberbürgermeister Onay sagte: „Mit Kurt Schumacher ehren wir einen Politiker, dessen unbeirrbares Eintreten für seine demokratischen Grundüberzeugungen uns auch heute noch ein Vorbild ist. Mit dem Erstarken des Rechtspopulismus erleben wir, wie wichtig es ist, demokratiegefährdenden Strömungen entschieden entgegenzutreten und sich auf keine Kompromisse mit ihnen einzulassen.“ Dr. Holger Martens erinnerte daran, dass Kurt Schumacher ohne Urteil fasst 10 Jahre in Konzentrationslagern der Nazis verbracht hatte. Er ist jetzt der erste überlebende Sozialdemokrat, der in Hannover einen Stolperstein bekommen hat. An den Bezug zum Reichsbanner erinnert eine erneuerte Stadttafel am ersten Büro von Kurt Schumacher in Hannover-Linden. Sie verweist darauf, dass dieser 1924 Mitgründer des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold war. 

In der erst kürzlich im Landtag Niedersachsen gezeigten neuen Ausstellung „Wehrhafte Demokratie“ der Gedenkstätte Deutscher Widerstand wurde das Wirken von Kurt Schumacher als Vertreter der SPD im Reichsbanner beschrieben. Er war als Vorsitzender des Reichsbanners Stuttgart einer der herausragenden Reichsbannerführer im süddeutschen Raum. Damit zog er sich allerdings den Hass der Nazis und auch konservativer Kräfte zu. Auf die beispielhafte Reichstagsrede Schumachers vom 23. Februar 1932 wurde auch in den Ansprachen in Hannover mehrfach Bezug genommen. Zitat: „Wenn wir irgendetwas beim Nationalsozialismus anerkennen, dann ist es die Tatsache, daß ihm zum ersten Mal in der deutschen Politik die restlose Mobilisierung der menschlichen Dummheit gelungen ist.“ Es lohnt sich den gesamten Redebeitrag vom 23.02.1932 zu lesen.

Nach der Verlegung des Stolpersteins enthüllten Oberbürgermeister Belit Onay, die stellvertretende Stadtbezirksbürgermeisterin Linden-Limmer, Katharina-Sophia Gerking, und der SPD-Bundestagsabgeordnete Adis Ahmetovic an der Zentrale des Wiederaufbaus der SPD nach 1945, dem sogenannten „Büro Schumacher“ in der Jacobsstraße 10 in Linden, eine erneuerte Version der bereits angesprochenen Stadttafel. Eine Besonderheit hier war die alte historische Fahne der 22. Abteilung des Ortsvereins Hannover der SPD. Diese 1927 geweihte Fahne überstand gut versteckt die NS-Zeit und begleitete den Aufstieg der SPD in Hannover in den Anfangstagen. Sie wird mit einer Reihe weiterer Objekte der Arbeiterbewegung in Hannover-Linden in der Egon Kuhn Geschichtswerkstatt bewahrt. Ein Besuch derselben ist ein Geheimtipp für Hannover (zur Webseite).

Zusätzliche Informationen über Kurt Schumacher im Reichsbanner hier.

Führungen

Die Erinnerung an das Wirken von Kurt Schumacher, aber auch vieler anderer Reichsbannerkameraden aus Hannover wach zu halten, ist das Bestreben der Regionalgruppe Hannover. So führt unsere Reichsbannerkameradin Sylvia Wolter Besuchergruppen über den Ricklinger Stadtfriedhof, auf dem neben Kurt Schumacher auch Alfred Jahn, der technische Leiter des Reichsbanners in Hannover und eine Reihe anderer Mitglieder der Widerstandsgruppe sozialistische Front beigesetzt sind.
 

  • Termine: Sonntag, 25.05.2025 und Sonntag, 16.11.2025, jeweils 14 bis 16 Uhr
  • Treffpunkt: vor dem Haupteingang, Göttinger Chaussee 250, Hannover-Ricklingen


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