Bericht Buchlesung „Meine deutsche Geschichte“
„Meine deutsche Geschichte – wie ich als ukrainischer Jude meine neue Heimat sehe“ – Kurzbericht von der gemeinsamen Buchlesung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold Berlin-Brandenburg und des Vorwärts.
Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold Berlin-Brandenburg, der Vorwärts und die Vorwärts-Buchhandlung veranstalteten am 28.1.2026 eine gemeinsame Lesung.
Der Autor Mihail Groys stellte sein neues Buch vor: „Meine deutsche Geschichte: Wie ich als ukrainischer Jude meine neue Heimat sehe“. Auf dem Podium saßen neben dem Autor Kai Döring vom Vorwärts und der Stellvertretende Bundesvorsitzende des Reichsbanners, Marlon Bünck. „Ein wichtiges Buch in einer sehr angespannten Zeit“, mahnte Bünck. „Es ist nicht hinnehmbar, dass auch Lesungen wie diese teilweise unter Polizeischutz stattfinden müssen. Das Reichsbanner kämpft seit 100 Jahren gegen Antisemitismus und wird dies auch weiter tun.“
Mihail Groys wanderte in den 90er-Jahren gemeinsam mit seiner Familie aus dem Donbass in die Bundesrepublik ein. Nun, 25 Jahre später, betrachtet er das Land, das ihm damals zur neuen Heimat geworden ist, in all seinen Facetten. Dabei hat Mihail Groys nicht nur durch seine ukrainische Herkunft eine ganz besondere Perspektive. Als Jude kann Deutschland für ihn kein Land wie jedes andere sein. Aus diesem einzigartigen Blickwinkel heraus betrachtet er in seinem Buch die Gesellschaft, hält ihr den Spiegel vor und fragt sich, was genau ihr Wesen ausmacht. Heiter und anekdotisch erzählt er von einem Land voller Eigenheiten, beleuchtet die unterschiedlichen Bereiche, die unsere Gesellschaft auszeichnen, und zeigt, wie es gelingen kann, Unterschiede zu überwinden und einem anderen mit offenen Armen zu begegnen. Ein Plädoyer für Verständigung und Dialog.