Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Protokollbände des Freiheitsbundes Berlin an GDW übergeben

26.08.2025  • 
Landesverband Berlin-Brandenburg

Protokollbände des Freiheitsbundes Berlin an GDW übergeben

Der Landesverband Berlin-Brandenburg des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold hat der Gedenkstätte Deutscher Widerstand am 5. August 2025 vier handschriftlich abgefasste Protokollbände des Freiheitsbundes Berlin als Dauerleihgabe übergeben. 

Die Übergabe fand in den Räumen des Reichsbanner-Schaudepots in der Gedenkstätte statt. Anwesend waren Andreas Schlüter, Landesvorsitzender des Reichsbanners Berlin-Brandenburg, Marlon Bünck, stellvertretender Bundesvorsitzender, Lucas Koppehl, Bundesgeschäftsführer des Reichsbanners sowie Professor Dr. Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand und Dr. Stefan Heinz, Mitarbeiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.

Die Protokollbände stammen aus der Zeit von 1955 bis in die Mitte der 1960er Jahre und dokumentieren die Arbeit der Landesleitung sowie weiterer Gremien des Freiheitsbundes. Es handelt sich um einen bedeutenden Zufallsfund, der für die historische Forschung besondere Relevanz besitzt. Bislang war die schriftliche Überlieferung zur inneren Organisationsgeschichte und Arbeitsweise des Freiheitsbundes sehr lückenhaft. Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand wird die Bände nun wissenschaftlich aufbereiten. In Zukunft sollen sie zudem digitalisiert öffentlich zugänglich gemacht werden.

Das Reichsbanner Berlin-Brandenburg begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich. Mit Blick auf das 80. Gründungsjubiläum des Freiheitsbundes im Jahr 2031 leisten die Protokolle einen wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Aufarbeitung seiner Geschichte.

Impressionen

Bilder: Marlon Bünck

Hintergrund

Der Freiheitsbund Berlin wurde 1951 gegründet und war als Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold wahl- und stimmberechtigt. Was in West-Deutschland problemlos möglich war – die Wiedergründung des „Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold“ –, gestaltete sich in West-Berlin als bedeutend schwieriger: Gemäß Vier-Mächte-Statut war eine Vereinsgründung mit dem Namensbestandteil „Reich-“ untersagt. Daher wurde der Vereinsname „Freiheitsbund Berlin e.V.“ gewählt.

Vor dem Hintergrund der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED sowie massiver Störungen der freien Wahlen in den Westsektoren durch kommunistische Kader, war der Freiheitsbund gegründet worden, um sich dieser Entwicklung entgegenzusetzen. 

Der Freiheitsbund verstand sich als antitotalitäre, demokratische Kraft zum Schutz des freien Berlins. Als Mitglied im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold wirkte er über Jahrzehnte hinweg in der politischen Bildungsarbeit, demokratischen Aufklärung sowie im gesellschaftlichen Leben der Stadt. 2008 wurde der Freiheitsbund Berlin als Landesverband Berlin-Brandenburg wieder vollständig in das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. integriert.



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