Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Gedenktafel für Willi Buisson

Landesverband Baden-Württemberg
Datum
Freitag, 16. Oktober 2026, 13:00 Uhr
Ort

Stadtteilzentrum Kult9
Blutenburgstraße 71
80636 München

Gedenktafel für Willi Buisson

Die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und die Landesgruppe Bayern des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold laden zur feierlichen Einhüllung einer Gedenktafel für den fußballbegeisterten Demokraten und NS-Widerstandskämpfer Willi Buisson in München ein.

Programm

Begrüßung

  • Marion Goers
    Wissenschaftliche Mitarbeiterin
    Gedenkstätte Deutscher Widerstand
  • Diana Bäse
    Stellvertretende Bundesvorsitzende
    Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.


Ansprache

  • Dr. Rüdiger Zimmermann
    Historiker


Feierliche Enthüllung

  • Gümbelstraße 5 (Fußweg 120 Meter)

 

Wir würden uns sehr freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.

Willi Buisson

17. April 1892 – 6. September 1940

Fußballbegeisterter Demokrat und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime: Der Lebensweg des aus gutem Hause stammenden Antifaschisten Willi Buisson ist ungewöhnlich. Der Apotheker Willi Buisson kam bald nach seinem Eintritt in die SPD in engen Kontakt mit dem einflussreichen Münchener Sozialdemokraten Erhard Auer. Für ihn stellte Buisson nach gewaltsamen Übergriffen von Rechtsradikalen 1921 innerhalb der örtlichen SPD eine Sicherheitsabteilung zusammen, die spätere „Auer-Garde“. Ihre Mitglieder und mit ihnen Buisson schlossen sich 1924 dem „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“ an, einer überparteilichen Organisation zum Schutz der ersten deutschen Demokratie. Im Vorstand des Münchener Reichsbanners übernahm Buisson unterschiedliche Funktionen. Zuletzt unterstand ihm dort die 1930 gegründete Schutzformation – eine Eliteeinheit zur Abwehr nationalsozialistischer Gewalt. 1929 wurde Buisson in den Reichsausschuss des Reichsbanners berufen, der die Arbeit des Bundesvorstandes beratend unterstützte. Daneben war Buisson im Vorstand des FC Bayern München mehrere Jahre als „Vergnügungswart“ aktiv.

Im Zuge der Machtübernahme der Nationalsozialisten musste er ins Ausland fliehen, um sich dem Zugriff der Gestapo zu entziehen. Von der Tschechoslowakei aus organisierte er unter anderem für die SPD die Verteilung von verbotenen Schriften nach Deutschland sowie die Weiterleitung von Informationen aus Deutschland. Zeitweise war er auch für den tschechoslowakischen Nachrichtendienst tätig.

Bei einem Aufenthalt im österreichischen Linz wurde Buisson im März 1938 von der Gestapo festgenommen. Am 26. April 1940 verurteilte der „Volksgerichtshof“ ihn wegen „Landesverrats und Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode. Wenige Monate später wurde Willi Buisson in Berlin-Plötzensee mit dem Fallbeil hingerichtet.

Willi Buisson war ein Mensch, der den Mut hatte, „Nein“ zu sagen, als die Mehrheit schwieg. Lange Zeit vergessen, zeigt uns seine Wiederentdeckung heute: Demokratie ist nicht selbstverständlich.




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