Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V.

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund aktiver Demokraten e.V. - Gedenktafel für Willi Buisson in München enthüllt

17.10.2026  • 
Landesverband Baden-Württemberg

Gedenktafel für Willi Buisson in München enthüllt

Die Landesgruppe Bayern des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand erinnerten gemeinsam mit dem FC Bayern München an den Reichsbanner-Funktionär und Widerstandskämpfer Willi Buisson.

Am 16. Oktober 2026 wurde im Münchner Stadtteil Neuhausen eine Gedenktafel für Wilhelm „Willi“ Buisson (1892–1940) enthüllt. Die Gedenkveranstaltung wurde gemeinsam von der Landesgruppe Bayern des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand (GDW) organisiert. Ziel war es, an das Leben und Wirken eines Mannes zu erinnern, der sich bereits während der Weimarer Republik für die Verteidigung der Demokratie eingesetzt und später Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet hatte.

Rund 100 Gäste folgten der Einladung ins Stadtteilzentrum Kult9 in der Blutenburgstraße. Unter ihnen befanden sich Angehörige Buissons, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft, Mitglieder der Kurt-Landauer-Stiftung sowie Schülerinnen und Schüler benachbarter Gymnasien.

An der Gedenkveranstaltung wirkten Marion Goers von der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Diana Bäse, stellvertretende Bundesvorsitzende des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, sowie der Historiker Dr. Rüdiger Zimmermann mit. Zimmermann hat sich intensiv mit Buissons Lebensgeschichte beschäftigt und 2026 eine umfassende Biografie über ihn veröffentlicht.

Auch Herbert Hainer, Präsident des FC Bayern München, beteiligte sich am Gedenken. Buisson war in den 1920er-Jahren selbst Mitglied und Funktionär des Vereins gewesen. Hainer würdigte dessen Haltung und betonte die Bedeutung von Zivilcourage, gesellschaftlicher Verantwortung und dem Eintreten für demokratische Werte. Die Beteiligung des FC Bayern verdeutlichte, dass die Erinnerung an Buisson weit über die Geschichte der politischen Organisationen hinausreicht.

Im Anschluss an die Veranstaltung wurde die Gedenktafel an der Gümbelstraße 5 enthüllt. Sie erinnert künftig an einen Mann, der sich als Sozialdemokrat und führendes Mitglied des Münchner Reichsbanners gegen die Feinde der Weimarer Republik stellte. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme setzte Buisson seine politische Arbeit im Exil fort. 1940 wurde er in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Für die Landesgruppe Bayern des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold ist die Gedenktafel ein wichtiger Beitrag zur Erinnerung an die eigene Geschichte. Viele Mitglieder des Reichsbanners engagierten sich in der Weimarer Republik für den Schutz demokratischer Veranstaltungen und Institutionen. Nach 1933 wurden zahlreiche von ihnen verfolgt, inhaftiert oder ermordet.

Mit der gemeinsam organisierten Veranstaltung haben die Landesgruppe Bayern und die Gedenkstätte Deutscher Widerstand einen weiteren Erinnerungsort für diese Geschichte geschaffen. Besonders die Teilnahme junger Menschen unterstrich, wie wichtig es ist, die Erfahrungen der ersten deutschen Demokratie und ihrer Verteidiger an kommende Generationen weiterzugeben.

Die Gedenktafel im Münchner Stadtteil Neuhausen würdigt damit nicht nur Willi Buissons persönlichen Einsatz, sondern erinnert stellvertretend an all jene, die sich für die demokratische Republik einsetzten und dafür Verfolgung und Gewalt in Kauf nahmen. Sie macht ein Stück Münchner Demokratiegeschichte im öffentlichen Raum sichtbar und hält die Erinnerung an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus lebendig.

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