Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold
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Joseph Wirth
Thomas Dehler
Thomas Dehler
Thomas Dehler;
Bildquelle: Friedrich-Naumann-Stiftung

Thomas Dehler (* 14. Dezember 1897 in Lichtenfels; † 21. Juli 1967 in Streitberg, Landkreis Ebermannstadt) war ein deutscher Politiker (DDP und FDP).
Von 1949 bis 1953 war er Bundesminister der Justiz und von 1954 bis 1957 Bundesvorsitzender der FDP.

Nach dem Abitur 1916 nahm Dehler, der römisch-katholischen Glaubens war, zunächst als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Er begann dann ein Studium der Medizin, welches er jedoch nach drei Semestern abbrach. Er absolvierte stattdessen ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München, an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und in Würzburg, das er 1920 mit dem ersten und 1923 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. 1920 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur. in Würzburg mit der Arbeit Die Begründung des Strafurteils. Seit 1924 war er zunächst in München, ab 1925 in Bamberg, als Rechtsanwalt zugelassen. Seit 1925 war Thomas Dehler mit Irma Frank verheiratet. Die Ehe galt nach den nationalsozialischen Gesetzen als "Mischehe". Trotz erheblichem Druck der Nationalsozialisten wie auch der NS-dominierten Rechtsanwaltskammer hält Dehler nicht nur an seiner Ehe und an seinen jüdischen Mandanten fest, im Gegenteil übernimmt er auch Mandate von Regimegegnern. Im Stürmer wurde er daraufhin als "echter Judengenosse" tituliert. Im zweiten Weltkrieg war Dehler zunächst erneut Soldat, wurde - wegen seiner jüdischen Frau - aber bereits nach einem Dreivierteljahr als "wehrunwürdig" aus der Wehrmacht ausgeschlossen. 1938 und 1944 wurde er wegen Kontakten zu Widerstandskreisen vorübergehend inhaftiert und 1944 zur Zwangsarbeit bei der Organisation Todt verpflichtet, aus der er allerdings bereits nach vier Wochen wieder entlassen wurde. Von 1945 bis 1947 war er Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Bamberg, ab 1946 auch Generalankläger am Kassationshof beim Bayerischen Minister für politische Befreiung (Entnazifizierung). Von 1947 bis 1949 war er dann Präsident des Oberlandesgerichtes Bamberg. 1948 trat er als Alter Herr der Studentenverbindung Humanitas Würzburg bei.

Von 1920 bis zu ihrer Auflösung durch die Nationalsozialisten 1933 war Dehler Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (bzw. ab 1931: Deutsche Staatspartei). Seit 1926 war er Vorsitzender des Kreisverbandes Bamberg seiner Partei. 1924 war er Mitbegründer des die Republik stützenden Kampfverbandes Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zählte Dehler gemeinsam mit Fritz Linnert zu den Mitbegründern der FDP in Bayern, deren Landesvorsitzender er von 1946 bis 1956 war. Als bayerischer Landesvorsitzender der Liberalen war er 1954 maßgeblich an der Bildung der einzigen bayerischen Landesregierung ohne CSU-Beteiligung beteiligt. Thomas Dehler bildete mit Alfred Onnen und Fritz Neumayer die parteiinterne Untersuchungskommission zur Aufklärung der Affäre um den Naumann-Kreis. 1954 wurde er zum Bundesvorsitzenden der FDP gewählt. Dieses Amt übte er bis 1957 aus.

1946 gehörte er der Verfassungsgebenden Landesversammlung in Bayern an und war dann von 1946 bis 1949 Mitglied des Bayerischen Landtages. Von 1947 bis 1948 war er Mitglied des Länderrates der Amerikanischen Besatzungszone und von 1948 bis 1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates. Von 1949 bis zu seinem Tode war Dehler Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1953 bis 1957 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Am 23. Februar 1956 beschloss die FDP-Fraktion unter seiner Führung, die Koalition mit der CDU/CSU aufzukündigen. Daraufhin schieden 16 Mitglieder, darunter auch die vier FDP-Bundesminister, aus der Fraktion aus und gründeten die Freie Volkspartei (FVP). Von 1957 bis 1961 leitete Dehler den Arbeitskreis Außenpolitik und Verteidigung der FDP Bundestagsfraktion und war daneben Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft. Vom 28. September 1960, als er Nachfolger des verstorbenen Max Becker wurde, bis zu seinem Tode war er Vizepräsident des Deutschen Bundestages. 1960/61 vertrat er den Bundestag vor dem Bundesverfassungsgericht im Verfahren über den Antrag der bayerischen Staatsregierung auf Feststellung der Nichtigkeit des "Gesetzes zur Reinhaltung der Bundeswasserstraßen vom 17. August 1960". Seit dem 19. Juni 1963 war er außerdem Vorsitzender des Wahlmännerausschusses nach § 6 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht. war er von der US-Militärregierung ernannter Landrat des Kreises Bamberg. Nach der Bundestagswahl 1949 wurde er am 20. September 1949 als Bundesminister der Justiz in die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführte Bundesregierung berufen. Im Bundestagswahlkampf 1953 sprach er sich mit der FDP im Gegensatz zu den Koalitionspartnern CDU/CSU und DP gegen die Wiedereinführung der Todesstrafe aus. Nach der Bundestagswahl 1953 wurde er wegen schwerer Differenzen mit Konrad Adenauer nicht erneut in die Bundesregierung berufen, aus der er daher am 20. Oktober 1953 ausschied.

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Theodor Haubach
Theodor Haubach
Theodor Haubach;
Bildquelle: Bundesregierung

Theodor Haubach (* 15. September 1896 in Frankfurt am Main; † 23. Januar 1945 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Politiker (SPD) und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Kindheit und Jugend verbringt Theodor Haubach in Darmstadt. 1914, unmittelbar nach dem Abitur, meldet er sich als Kriegsfreiwilliger, wird mehrfach verwundet und ist bis 1918 Teilnehmer des Ersten Weltkrieges. Nach dem Entsetzen über die Erlebnisse während des Krieges gilt sein Einsatz nun dem Frieden.

Von 1919 bis 1923 studiert er Philosophie, Soziologie und Nationalökonomie und schließt mit einer Promotion ab. Seit 1920 ist Haubach, wie sein Freund Carlo Mierendorff, Mitglied der SPD und arbeitet aktiv bei den Jungsozialisten mit, ist später (1924 – 1929) Redakteur der Tageszeitung „Hamburger Echo” und danach (1929–1933) Mitarbeiter im Reichsinnenministerium und beim Berliner Polizeipräsidenten. Seit 1924 ist Haubach führendes Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, einer Vereinigung, die sich kämpferisch für die Weimarer Demokratie einsetzt und aktiv gegen den zur Macht drängenden Nationalsozialismus unter dem Zeichen der "Drei Pfeile" kämpft: "Symbolkrieg" in Deutschland, 1932 (Richard Albrecht)

Ab Februar 1933 wird Haubach, wie viele SPD-Mitglieder, durch das NS-Regime verfolgt. Nach seiner ersten Verhaftung 1934 ist er im KZ Esterwegen inhaftiert. Ab 1935 arbeitet er als Versicherungsvertreter und nimmt später Kontakt zum Kreisauer Kreis auf. Nach dem mißlungenen Attentat vom 20. Juli 1944 wird auch Haubach verhaftet und vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Schwer erkrankt, wird Theodor Haubach am 23. Januar 1945 gemeinsam mit Helmuth James von Moltke in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

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Theodor Heuss
Theodor Heuss
Theodor Heuss;
Bildquelle: Bundestag

Theodor Heuss (* 31. Januar 1884 in Brackenheim; † 12. Dezember 1963 in Stuttgart) war ein deutscher Politiker (Fortschrittliche Volkspartei, DDP und FDP/DVP).
Der Politikwissenschaftler und Journalist war von 1949 bis 1959 erster Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Heuss war von 1908 bis zu ihrem Tod 1952 mit Elly Heuss-Knapp verheiratet.

Theodor Heuss studierte Nationalökonomie, Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte und Staatswissenschaften in München und Berlin. 1905 promovierte er in München bei Lujo Brentano über Weinbau und Weingärtnerstand in Heilbronn. Nach seinem Studium war er politischer Redakteur. Er leitete von 1905 bis 1912 für Friedrich Naumann die Zeitschrift Die Hilfe in Berlin. Von 1912 bis 1918 war er Chefredakteur der Neckarzeitung in Heilbronn; zudem schrieb er Feuilletons für die in München erscheinende Zeitschrift Der Kunstwart. Von 1920 bis 1933 war er Studienleiter und Dozent an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin, gab von 1923 bis 1926 die Zeitschrift Die Deutsche Nation heraus.

1903 trat Heuss der linksliberalen Freisinnigen Vereinigung bei, wechselte 1909 zur Fortschrittlichen Volkspartei. 1918 war er Gründungsmitglied der Deutschen Demokratischen Partei (DDP). 1919 wurde er Stadtverordneter in Berlin-Schöneberg.

Von 1924 bis 1928 und von 1930 bis 1933 war er Abgeordneter des deutschen Reichstags. Am 23. März 1933 stimmte er dem Ermächtigungsgesetz zu, das Abgeordnetenmandat wurde ihm allerdings im Juli 1933 aberkannt.

Heuss gab noch drei Jahre lang Die Hilfe heraus, erhielt 1936 ein Publikationsverbot und verlor sein Lehramt.

1941 wurde Heuss fester Mitarbeiter der liberalen Frankfurter Zeitung, in der er vor allem historische und kulturpolitische Aufsätze veröffentlichte. 1942 verboten die Nationalsozialisten auf Anweisung Hitlers den deutschen Zeitungen, etwas von Heuss abzudrucken, er schrieb allerdings weiter unter dem Pseudonym Thomas Brackheim und dem Kürzel r.s. Unter eigenem vollen Verfassernamen schrieb er eine kleine Biographie über Justus von Liebig, die 1942 in Hamburg bei Hoffmann und Campe erschien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zog Heuss von Berlin nach Stuttgart, wurde von 1945 erster Kultminister Württemberg-Badens. 1946 und 1947 lehrte er als Professor an der Technischen Hochschule in Stuttgart Geschichte. Als Mitbegründer der Demokratischen Volkspartei (DVP) gehörte er 1946 bis 1949 dem Landtag von Württemberg-Baden an. Am 17. März 1948 wurde er gemeinsam mit Wilhelm Külz zum Vorsitzenden der gesamtdeutschen Demokratischen Partei Deutschlands gewählt. 1948 wurde Heuss zum Honorarprofessor an der TH Stuttgart berufen.

Am 12. Dezember 1948 wurde er auf dem Gründungsparteitag der Freien Demokratischen Partei (FDP) zum Vorsitzenden in Westdeutschland und Berlin gewählt. Er setzte sich für den Zusammenschluss aller liberalen Parteien der westlichen Besatzungszonen ein. 1948 war er Mitglied des Parlamentarischen Rates, der das Grundgesetz, die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, beschloss.

Das gerade erworbene Mandat im ersten Deutschen Bundestag legte er nieder, als er am 12. September 1949 gegen Kurt Schumacher von der Bundesversammlung ins höchste Staatsamt der Bundesrepublik Deutschland berufen wurde (siehe Bundespräsidentenwahl 1949). 1954 ohne Gegenkandidat wiedergewählt (siehe Bundespräsidentenwahl 1954), amtierte er bis zum 12. September 1959. Eine dritte Amtszeit, die eine Änderung des Grundgesetzes erforderlich gemacht hätte, lehnte er 1959 ab.

Heuss prägte das Amt durch seine überparteiliche Amtsführung. Als Repräsentant der demokratisch-liberalen und kulturellen Traditionen Deutschlands vermochte er im Ausland Vertrauen für die Nachkriegsrepublik zu gewinnen. Seine Staatsbesuche trugen wesentlich zum Wachsen des Ansehens der Bundesrepublik Deutschland im Ausland bei. 1959 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er ist Ehrenbürger der Städte Berlin, Frankfurt am Main, Kiel, Köln und Heilbronn.

Heuss war seit dem 11. April 1908 mit Elly Heuss-Knapp verheiratet, mit der er einen Sohn – Ernst Ludwig – hatte. Die beiden wurden getraut von Albert Schweitzer, mit dem seine Frau gut befreundet war. Seine Frau gründete 1950 das Müttergenesungswerk.

Er wurde auf dem Waldfriedhof Stuttgart bestattet.

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Julius Leber
Julius Leber
Julius Leber;
Bildquelle: Friedrich-Ebert-Stiftung

(* 16. November 1891 in Biesheim (Elsaß), † 5. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher Politiker und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Julius Leber wird als unehelicher Sohn von Katharina Schubetzer geboren und später von deren Ehemann, dem Maurer Jean Leber, an Kindes statt angenommen. 1908 schließt Leber in Breisach seine Schulausbildung mit der Mittleren Reife ab und absolviert eine kaufmännische Ausbildung in einer Tapetenfabrik in Breisach. Ab 1910 besucht er in Freiburg im Breisgau die Oberrealschule und schreibt nebenbei Zeitungsberichte. Außerdem gibt er Nachhilfeunterricht, um seine Ausbildung zu finanzieren.

Nach dem Abitur 1913 studiert Leber in Straßburg und an der Universität Freiburg im Breisgau Nationalökonomie und Geschichte. In diesem Jahr tritt er auch in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein. 1914 meldet sich Leber freiwillig zum Kriegsdienst.

Als Soldat wird er zweimal verwundet, wird zum Leutnant befördert und dient nach Kriegsende in der Reichswehr bei Grenzschutztruppen im Osten. Beim Kapp-Putsch 1920 stellt er sich mit seiner Einheit auf die Seite der Republik. Danach scheidet er aus Protest aus der Reichswehr aus. Nach anschließendem weiteren Studium wird er an der Universität Freiburg zum Dr. rer. pol. promoviert.

Im Jahr 1921 wird Leber Chefredakteur des sozialdemokratischen „Lübecker Volksboten“ - für den Anfang der Dreißiger Jahre auch Willy Brandt noch als Schüler schreibt - und ist in der Zeit von 1921-1933 Mitglied der Lübecker Bürgerschaft. Als Reichstagsabgeordneter für die SPD ab 1924 befasst er sich vor allem mit der Wehrpolitik.

Nach Hitlers Machtübernahme wird zunächst ein Mordanschlag auf Leber verübt, danach wird er festgenommen, auf Druck der Lübecker Arbeiterschaft wieder freigelassen und im März erneut verhaftet. 1933-1937 ist er im Gefängnis und im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Nach seiner Entlassung arbeitet er getarnt als Kohlehändler in Berlin-Schöneberg im Widerstand und wird hier unter anderem von Gustav Dahrendorf, dem Vater von Ralf Dahrendorf, von Ernst von Harnack und Ludwig Schwamb unterstützt.

1940 sucht er Kontakt zur Wehrmachtsführung und lernt Claus Graf Schenk von Stauffenberg kennen. Er hat in der Folgezeit Kontakt zu Carl Friedrich Goerdeler und zum Kreisauer Kreis um Helmuth James Graf von Moltke. In den Putschplänen des Kreises um Stauffenberg ist Leber als Innenminister vorgesehen.

Leber wird bereits am 5. Juli 1944 (d. h. vor dem gescheiterten Putschversuch vom 20. Juli 1944) von der Gestapo verhaftet. Am 20. Oktober findet vor dem Volksgerichtshof ein Schauprozess gegen Leber, Adolf Reichwein, Hermann Maass und Gustav Dahrendorf statt. Leber wird zum Tode verurteilt, das Urteil am 5. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee vollstreckt.

Die Berliner "Julius-Leber-Kaserne" in Tegel sowie die Dr.-Julius-Leber-Straße in Lübeck tragen seinen Namen.

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Paul Löbe
Paul Löbe
Paul Löbe;
Bildquelle: Bundestag

Paul Gustav Emil Löbe (* 14. Dezember 1875 in Liegnitz (Schlesien); † 3. August 1967 in Bonn) war ein deutscher Politiker (SPD).

Löbe war gelernter Schriftsetzer. Er gründete 1898 den SPD-Ortsverein von Ilmenau. Hier arbeitete er auch in einer Druckerei. Zwischen 1900 und 1920 arbeitete er als Chefredakteur der Breslauer Volkswacht. Er saß wegen seiner Arbeit als Redakteur oft im Gefängnis. So zum Beispiel wegen des Aufrufs zu einer Demonstration gegen das Dreiklassenwahlrecht. 1901 heiratete er Clara Schaller. Dem 1. Weltkrieg entkam Löbe, da er aufgrund einer Lungenkrankheit nicht eingezogen wurde. Die Nationalsozialisten inhaftierten Paul Löbe nach der Machtergreifung 1933 und aufgrund seiner Kontakte zum Goerdeler-Kreis erneut nach dem Attentat vom 20. Juli 1944. 1945 war er Redakteur der Tageszeitung "Das Volk"", später dann Mitherausgeber des "Telegraf".

Löbe war seit 1895 Mitglied der SPD. 1933 war er kurz Parteivorsitzender. Nach dem 2. Weltkrieg beteiligte er sich maßgeblich am Wiederaufbau der SPD.

Von 1904-1919 war er Breslauer Stadtverordneter und von 1915-1920 war er Mitglied im Provinziallandtag von Schlesien. 1919 wurde er Vizepräsident der Weimarer Nationalversammlung, von 1920 bis 1933 war er Mitglied des Deutschen Reichstags. Von 1920 bis 1924 und von 1925 bis 1932 war er auch Reichstagspräsident, danach von 1932-1933 Vizepräsident. 1921 wurde er Preußischer Staatsrat.

Löbe war 1948/1949 Mitglied im Parlamentarischen Rat und dort stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Von 1949 bis 1953 war Löbe schließlich auch Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war der Alterspräsident des Deutschen Bundestages während der 1. Legislaturperiode, wobei er als Mitglied des Bundestags nicht vom Volk gewählt worden war, sondern vom Senat West-Berlins als nicht stimmberechtigter Abgeordneter nach Bonn delegiert wurde. Er war die am frühesten geborene Person, die jemals dem Deutschen Bundestag angehörte; an zweiter Stelle stand Konrad Adenauer, den er um 3 1/2 Monate überlebte.

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Philipp Scheidemann
Philipp Scheidemann
Bildquelle:  Bundesarchiv, Bild 146-1979-122-29A

Philipp Scheidemann (* 26. Juli 1865 in Kassel; † 29. November 1939 in Kopenhagen) war ein sozialdemokratischer Politiker.
Er bekleidete verschiedene Mandate und Ämter, so als Stadtverordneter in Kassel von 1908-1911 und Oberbürgermeister in Kassel von 1920-1925. Der gelernte Buchdrucker und politische Redakteur zahlreicher sozialdemokratischer Zeitungen war außerdem seit 1903 Mitglied der SPD-Fraktion im Reichstag, seit 1911 Mitglied des Parteivorstandes der SPD und seit 1913 (nach dem Tod von August Bebel) Mitvorsitzender der Fraktion bis er im Juni 1918 zum Vizepräsidenten des Reichstag gewählt und im Oktober 1918 als Staatssekretär in die Regierung des Prinzen Max von Baden eintrat. Im Verlauf der Novemberrevolution wurde er Mitglied im Rat der Volksbeauftragten zusammen mit Friedrich Ebert, und Otto Landsberg von der SPD, sowie Hugo Haase, Wilhelm Dittmann und Emil Barth von der USPD. Am 9. November 1918 rief Scheidemann von einem Fenster des Reichstagsgebäudes die Republik aus.

26. Juli 1865 wurde Philipp Scheidemann als Sohn eines Polsterermeisters in Kassel geboren. In Kassel besuchte er sowohl die Bürgerschule als auch die Höhere Bürgerschule. Seine Schulbildung beendete er mit einer Schriftsetzerlehre von 1879 bis 1883. Im Jahr 1883 trat Scheidemann als überzeugter Sozialist in die SPD ein. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich in den folgenden Jahren als Schriftsetzergehilfe, Faktor und Redakteur bei sozialistischen Zeitungen. 1903 wurde er schließlich bis 1933 Reichstagsabgeordneter für einige Wahlkreise in Düsseldorf und Hessen. Von 1911 bis 1918 war Scheidemann zuerst im Parteivorstand der SPD, später übernahm er zusammen mit Hugo Haase den Fraktionsvorsitz der SPD. Während des Ersten Weltkriegs wandte sich Scheidemann gegen die Propaganda für einen Siegfrieden und trat für einen Verständigungsfrieden ein. 1917 wurde er in den Parteivorstand der SPD gewählt. 1918 war Scheidemann unter Max von Baden Staatssekretär, er legte jedoch nach der Abdankung Kaiser Wilhelms II. sein Amt nieder und verkündete die Deutsche Republik. 1918 bis 1919 bildete er mit fünf weiteren USPD und SPD Politikern den Rat der Volksbeauftragten. Vom 13. Februar bis zum 20. Juni 1919 war Scheidemann der erste Reichsministerpräsident (Reichskanzler) einer demokratisch gewählten Regierung in Deutschland, trat jedoch aus außenpolitischen Gründen zurück. Er hatte sich gegen die Unterzeichnung des Versailler Vertrages festgelegt - eher, so sagte er, sollte ihm die Hand verdorren. Scheidemanns Haltung zum Versailler Vertrag war insofern nicht aufrichtig, weil von ihm schon aus dem August 1914 die Kenntnis davon überliefert ist, dass das Kaiserreich eine Art von Präventivkrieg führe. In seiner Zeit als Reichsministerpräsident hatte er sich bei den internen als auch bei öffentlichen Diskussionen zur Frage der deutschen Kriegsschuld nicht geäußert. Unter dem Pseudonym Henner Piffendeckel veröffentlichte er einige Bücher in Kasseler Mundart. Im Jahr 1922 - während seiner Amtszeit als Oberbürgermeister von Kassel - verübten Mitglieder der Organisation Consul ein Attentat mit Blausäure auf ihn. Scheidemann emigrierte 1933 nach Dänemark. Am 29. November 1939 starb er in Kopenhagen.

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Kurt Schumacher
Kurt Schumacher;
Bildquelle: SPD

Kurt Schumacher (* 13. Oktober 1895 in Culm, Westpreußen; † 20. August 1952 in Bonn) war ein deutscher Politiker.

Er war Parteivorsitzender der SPD von 1946 bis 1952 und SPD-Fraktionsvorsitzender im ersten Deutschen Bundestag von 1949 bis 1952.

Kurt Schumacher war in der Zeit von 1945 bis 1949 maßgeblich am Wiederaufbau der SPD in Westdeutschland beteiligt. In den ersten Jahren der Bundesrepublik war Schumacher der große Gegenspieler Konrad Adenauers. Auch wenn Schumacher langfristig mit seinen politischen Vorstellungen zum größten Teil scheiterte, gehörte er doch zu den Gründervätern der Bundesrepublik Deutschland.

Umfangreiche Informationen zu Kurt Schumacher finden Sie bei Wikipedia.

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Joseph Wirth
Joseph Wirth
Joseph Wirth
Bildquelle: Bundesarchiv, Bild 146 III-105

Karl Joseph Wirth (* 6. September 1879 in Freiburg im Breisgau; 3. Januar 1956 ebenda) war Zentrums-Politiker und vom 10. Mai 1921 bis zum 14. November 1922 Reichskanzler der Weimarer Republik.

Nach Studium der Sozialökonomie und der Mathematik wurde Wirth 1908 Realgymnasialprofessor. 1913 zog er als Zentrumsabgeordneter in den badischen Landtag ein, 1914 wurde er Mitglied des Reichstags.

1918 wurde er badischer Finanzminister, nach der Ermordung Matthias Erzbergers war er von März 1920 bis Oktober 1921 Reichsfinanzminister. 1921 bis 1922 war er Reichskanzler und stand dabei einer Minderheitsregierung aus SPD, DDP und Zentrum vor. Wirth war Befürworter der so genannten Erfüllungspolitik, mit der er zeigen wollte, dass die Reparationsverpflichtungen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Deutschen Reichs übersteigen würde, um sie so revidieren zu können. Joseph Wirth unterzeichnete zusammen mit Walther Rathenau den Vertrag von Rapallo.

1929 bis 1930 war Wirth Reichsminister für die besetzten Gebiete, von 1930 bis 1931 diente er als Reichsinnenminister. Während der Zeit des Dritten Reiches emigrierte Wirth in die Schweiz.

Bekannt ist Wirth vor allem durch seine Reichstagsrede nach der Ermordung Walther Rathenaus 1922 mit dem berühmten Zitat "Der Feind steht rechts".

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Wirth den neutralistisch orientierten Bund der Deutschen (BdD).

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