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Prominente Mitglieder im Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold
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Thomas Dehler; Bildquelle: Friedrich-Naumann-Stiftung |
Thomas Dehler (* 14. Dezember 1897 in Lichtenfels; † 21. Juli
1967 in Streitberg, Landkreis Ebermannstadt) war ein deutscher Politiker (DDP
und FDP).
Von 1949 bis 1953 war er Bundesminister der Justiz und von 1954 bis 1957
Bundesvorsitzender der FDP.
Nach dem Abitur 1916 nahm Dehler, der römisch-katholischen
Glaubens war, zunächst als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Er begann dann ein
Studium der Medizin, welches er jedoch nach drei Semestern abbrach. Er
absolvierte stattdessen ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an der
Ludwig-Maximilians-Universität München, an der Albert-Ludwigs-Universität
Freiburg und in Würzburg, das er 1920 mit dem ersten und 1923 mit dem zweiten
juristischen Staatsexamen beendete. 1920 erfolgte seine Promotion zum Dr. jur.
in Würzburg mit der Arbeit Die Begründung des Strafurteils. Seit 1924 war er
zunächst in München, ab 1925 in Bamberg, als Rechtsanwalt zugelassen. Seit 1925
war Thomas Dehler mit Irma Frank verheiratet. Die Ehe galt nach den
nationalsozialischen Gesetzen als "Mischehe". Trotz erheblichem Druck der
Nationalsozialisten wie auch der NS-dominierten Rechtsanwaltskammer hält Dehler
nicht nur an seiner Ehe und an seinen jüdischen Mandanten fest, im Gegenteil
übernimmt er auch Mandate von Regimegegnern. Im Stürmer wurde er daraufhin als
"echter Judengenosse" tituliert. Im zweiten Weltkrieg war Dehler zunächst erneut
Soldat, wurde - wegen seiner jüdischen Frau - aber bereits nach einem
Dreivierteljahr als "wehrunwürdig" aus der Wehrmacht ausgeschlossen. 1938 und
1944 wurde er wegen Kontakten zu Widerstandskreisen vorübergehend inhaftiert und
1944 zur Zwangsarbeit bei der Organisation Todt verpflichtet, aus der er
allerdings bereits nach vier Wochen wieder entlassen wurde. Von 1945 bis 1947
war er Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Bamberg, ab 1946 auch
Generalankläger am Kassationshof beim Bayerischen Minister für politische
Befreiung (Entnazifizierung). Von 1947 bis 1949 war er dann Präsident des
Oberlandesgerichtes Bamberg. 1948 trat er als Alter Herr der Studentenverbindung
Humanitas Würzburg bei.
Von 1920 bis zu ihrer Auflösung durch die Nationalsozialisten
1933 war Dehler Mitglied der Deutschen Demokratischen Partei (bzw. ab 1931:
Deutsche Staatspartei). Seit 1926 war er Vorsitzender des Kreisverbandes Bamberg
seiner Partei. 1924 war er Mitbegründer des die Republik stützenden
Kampfverbandes Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Nach dem Ende des Zweiten
Weltkrieges zählte Dehler gemeinsam mit Fritz Linnert zu den Mitbegründern der
FDP in Bayern, deren Landesvorsitzender er von 1946 bis 1956 war. Als
bayerischer Landesvorsitzender der Liberalen war er 1954 maßgeblich an der
Bildung der einzigen bayerischen Landesregierung ohne CSU-Beteiligung beteiligt.
Thomas Dehler bildete mit Alfred Onnen und Fritz Neumayer die parteiinterne
Untersuchungskommission zur Aufklärung der Affäre um den Naumann-Kreis. 1954
wurde er zum Bundesvorsitzenden der FDP gewählt. Dieses Amt übte er bis 1957
aus.
1946 gehörte er der Verfassungsgebenden Landesversammlung in
Bayern an und war dann von 1946 bis 1949 Mitglied des Bayerischen Landtages. Von
1947 bis 1948 war er Mitglied des Länderrates der Amerikanischen Besatzungszone
und von 1948 bis 1949 Mitglied des Parlamentarischen Rates. Von 1949 bis zu
seinem Tode war Dehler Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier war er von 1953
bis 1957 Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion. Am 23. Februar 1956 beschloss
die FDP-Fraktion unter seiner Führung, die Koalition mit der CDU/CSU
aufzukündigen. Daraufhin schieden 16 Mitglieder, darunter auch die vier
FDP-Bundesminister, aus der Fraktion aus und gründeten die Freie Volkspartei
(FVP). Von 1957 bis 1961 leitete Dehler den Arbeitskreis Außenpolitik und
Verteidigung der FDP Bundestagsfraktion und war daneben Vorsitzender des
Bundestagsausschusses für Atomkernenergie und Wasserwirtschaft. Vom 28.
September 1960, als er Nachfolger des verstorbenen Max Becker wurde, bis zu
seinem Tode war er Vizepräsident des Deutschen Bundestages. 1960/61 vertrat er
den Bundestag vor dem Bundesverfassungsgericht im Verfahren über den Antrag der
bayerischen Staatsregierung auf Feststellung der Nichtigkeit des "Gesetzes zur
Reinhaltung der Bundeswasserstraßen vom 17. August 1960". Seit dem 19. Juni 1963
war er außerdem Vorsitzender des Wahlmännerausschusses nach § 6 des Gesetzes
über das Bundesverfassungsgericht. war er von der US-Militärregierung ernannter
Landrat des Kreises Bamberg. Nach der Bundestagswahl 1949 wurde er am 20.
September 1949 als Bundesminister der Justiz in die von Bundeskanzler Konrad
Adenauer geführte Bundesregierung berufen. Im Bundestagswahlkampf 1953 sprach er
sich mit der FDP im Gegensatz zu den Koalitionspartnern CDU/CSU und DP gegen die
Wiedereinführung der Todesstrafe aus. Nach der Bundestagswahl 1953 wurde er
wegen schwerer Differenzen mit Konrad Adenauer nicht erneut in die
Bundesregierung berufen, aus der er daher am 20. Oktober 1953 ausschied.
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Thomas Dehler aus der freien Enzyklopädie
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Theodor Haubach; Bildquelle: Bundesregierung |
Theodor Haubach (* 15. September 1896 in Frankfurt am Main; †
23. Januar 1945 in Berlin) war ein deutscher Journalist, Politiker (SPD) und
Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.
Kindheit und Jugend verbringt Theodor Haubach in Darmstadt. 1914, unmittelbar
nach dem Abitur, meldet er sich als Kriegsfreiwilliger, wird mehrfach verwundet
und ist bis 1918 Teilnehmer des Ersten Weltkrieges. Nach dem Entsetzen über die
Erlebnisse während des Krieges gilt sein Einsatz nun dem Frieden.
Von 1919 bis 1923 studiert er Philosophie, Soziologie und Nationalökonomie und
schließt mit einer Promotion ab. Seit 1920 ist Haubach, wie sein Freund Carlo
Mierendorff, Mitglied der SPD und arbeitet aktiv bei den Jungsozialisten mit,
ist später (1924 – 1929) Redakteur der Tageszeitung „Hamburger Echo” und danach
(1929–1933) Mitarbeiter im Reichsinnenministerium und beim Berliner
Polizeipräsidenten. Seit 1924 ist Haubach führendes Mitglied des Reichsbanners
Schwarz-Rot-Gold, einer Vereinigung, die sich kämpferisch für die Weimarer
Demokratie einsetzt und aktiv gegen den zur Macht drängenden Nationalsozialismus
unter dem Zeichen der "Drei Pfeile" kämpft: "Symbolkrieg" in Deutschland, 1932
(Richard Albrecht)
Ab Februar 1933 wird Haubach, wie viele
SPD-Mitglieder, durch das NS-Regime verfolgt. Nach seiner ersten Verhaftung 1934
ist er im KZ Esterwegen inhaftiert. Ab 1935 arbeitet er als
Versicherungsvertreter und nimmt später Kontakt zum Kreisauer Kreis auf. Nach
dem mißlungenen Attentat vom 20. Juli 1944 wird auch Haubach verhaftet und vom
Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Schwer erkrankt, wird Theodor Haubach am
23. Januar 1945 gemeinsam mit Helmuth James von Moltke in Berlin-Plötzensee
hingerichtet.
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Theodor Haubach aus der freien Enzyklopädie
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Theodor Heuss; Bildquelle:
Bundestag |
Theodor Heuss (* 31. Januar 1884 in
Brackenheim; † 12. Dezember 1963 in Stuttgart) war
ein deutscher Politiker (Fortschrittliche
Volkspartei, DDP und FDP/DVP).
Der Politikwissenschaftler und Journalist war von
1949 bis 1959 erster Bundespräsident der
Bundesrepublik Deutschland. Heuss war von 1908 bis
zu ihrem Tod 1952 mit Elly Heuss-Knapp verheiratet.
Theodor Heuss studierte Nationalökonomie,
Geschichte, Philosophie, Kunstgeschichte und
Staatswissenschaften in München und Berlin. 1905
promovierte er in München bei Lujo Brentano über
Weinbau und Weingärtnerstand in Heilbronn. Nach
seinem Studium war er politischer Redakteur. Er
leitete von 1905 bis 1912 für Friedrich Naumann die
Zeitschrift Die Hilfe in Berlin. Von 1912 bis 1918
war er Chefredakteur der Neckarzeitung in Heilbronn;
zudem schrieb er Feuilletons für die in München
erscheinende Zeitschrift Der Kunstwart. Von 1920 bis
1933 war er Studienleiter und Dozent an der
Deutschen Hochschule für Politik in Berlin, gab von
1923 bis 1926 die Zeitschrift Die Deutsche Nation
heraus.
1903 trat Heuss der linksliberalen Freisinnigen
Vereinigung bei, wechselte 1909 zur
Fortschrittlichen Volkspartei. 1918 war er
Gründungsmitglied der Deutschen Demokratischen
Partei (DDP). 1919 wurde er Stadtverordneter in
Berlin-Schöneberg.
Von 1924 bis 1928 und von 1930 bis 1933 war er
Abgeordneter des deutschen Reichstags. Am 23. März
1933 stimmte er dem Ermächtigungsgesetz zu, das
Abgeordnetenmandat wurde ihm allerdings im Juli 1933
aberkannt.
Heuss gab noch drei Jahre lang Die Hilfe heraus,
erhielt 1936 ein Publikationsverbot und verlor sein
Lehramt.
1941 wurde Heuss fester Mitarbeiter der liberalen
Frankfurter Zeitung, in der er vor allem historische
und kulturpolitische Aufsätze veröffentlichte. 1942
verboten die Nationalsozialisten auf Anweisung
Hitlers den deutschen Zeitungen, etwas von Heuss
abzudrucken, er schrieb allerdings weiter unter dem
Pseudonym Thomas Brackheim und dem Kürzel r.s. Unter
eigenem vollen Verfassernamen schrieb er eine kleine
Biographie über Justus von Liebig, die 1942 in
Hamburg bei Hoffmann und Campe erschien.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zog Heuss von Berlin nach
Stuttgart, wurde von 1945 erster Kultminister
Württemberg-Badens. 1946 und 1947 lehrte er als
Professor an der Technischen Hochschule in Stuttgart
Geschichte. Als Mitbegründer der Demokratischen
Volkspartei (DVP) gehörte er 1946 bis 1949 dem
Landtag von Württemberg-Baden an. Am 17. März 1948
wurde er gemeinsam mit Wilhelm Külz zum Vorsitzenden
der gesamtdeutschen Demokratischen Partei
Deutschlands gewählt. 1948 wurde Heuss zum
Honorarprofessor an der TH Stuttgart berufen.
Am 12. Dezember 1948 wurde er auf dem
Gründungsparteitag der Freien Demokratischen Partei
(FDP) zum Vorsitzenden in Westdeutschland und Berlin
gewählt. Er setzte sich für den Zusammenschluss
aller liberalen Parteien der westlichen
Besatzungszonen ein. 1948 war er Mitglied des
Parlamentarischen Rates, der das Grundgesetz, die
Verfassung der Bundesrepublik Deutschland,
beschloss.
Das gerade erworbene Mandat im ersten Deutschen
Bundestag legte er nieder, als er am 12. September
1949 gegen Kurt Schumacher von der Bundesversammlung
ins höchste Staatsamt der Bundesrepublik Deutschland
berufen wurde (siehe Bundespräsidentenwahl 1949).
1954 ohne Gegenkandidat wiedergewählt (siehe
Bundespräsidentenwahl 1954), amtierte er bis zum 12.
September 1959. Eine dritte Amtszeit, die eine
Änderung des Grundgesetzes erforderlich gemacht
hätte, lehnte er 1959 ab.
Heuss prägte das Amt durch seine überparteiliche
Amtsführung. Als Repräsentant der
demokratisch-liberalen und kulturellen Traditionen
Deutschlands vermochte er im Ausland Vertrauen für
die Nachkriegsrepublik zu gewinnen. Seine
Staatsbesuche trugen wesentlich zum Wachsen des
Ansehens der Bundesrepublik Deutschland im Ausland
bei. 1959 wurde er mit dem Friedenspreis des
Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Er ist
Ehrenbürger der Städte Berlin, Frankfurt am Main,
Kiel, Köln und Heilbronn.
Heuss war seit dem 11. April 1908 mit Elly
Heuss-Knapp verheiratet, mit der er einen Sohn –
Ernst Ludwig – hatte. Die beiden wurden getraut von
Albert Schweitzer, mit dem seine Frau gut befreundet
war. Seine Frau gründete 1950 das
Müttergenesungswerk.
Er wurde auf dem Waldfriedhof Stuttgart bestattet.
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Theodor
Heuss aus der freien Enzyklopädie
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Julius Leber; Bildquelle:
Friedrich-Ebert-Stiftung |
(* 16. November 1891 in Biesheim
(Elsaß), † 5. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee) war
ein deutscher Politiker und Widerstandskämpfer gegen
den Nationalsozialismus.
Julius Leber wird als unehelicher Sohn von
Katharina Schubetzer geboren und später von deren
Ehemann, dem Maurer Jean Leber, an Kindes statt
angenommen. 1908 schließt Leber in Breisach seine
Schulausbildung mit der Mittleren Reife ab und
absolviert eine kaufmännische Ausbildung in einer
Tapetenfabrik in Breisach. Ab 1910 besucht er in
Freiburg im Breisgau die Oberrealschule und schreibt
nebenbei Zeitungsberichte. Außerdem gibt er
Nachhilfeunterricht, um seine Ausbildung zu
finanzieren.
Nach dem Abitur 1913 studiert Leber in Straßburg
und an der Universität Freiburg im Breisgau
Nationalökonomie und Geschichte. In diesem Jahr
tritt er auch in die Sozialdemokratische Partei
Deutschlands (SPD) ein. 1914 meldet sich Leber
freiwillig zum Kriegsdienst.
Als Soldat wird er zweimal verwundet, wird zum
Leutnant befördert und dient nach Kriegsende in der
Reichswehr bei Grenzschutztruppen im Osten. Beim
Kapp-Putsch 1920 stellt er sich mit seiner Einheit
auf die Seite der Republik. Danach scheidet er aus
Protest aus der Reichswehr aus. Nach anschließendem
weiteren Studium wird er an der Universität Freiburg
zum Dr. rer. pol. promoviert.
Im Jahr 1921 wird Leber Chefredakteur des
sozialdemokratischen „Lübecker Volksboten“ - für den
Anfang der Dreißiger Jahre auch Willy Brandt noch
als Schüler schreibt - und ist in der Zeit von
1921-1933 Mitglied der Lübecker Bürgerschaft. Als
Reichstagsabgeordneter für die SPD ab 1924 befasst
er sich vor allem mit der Wehrpolitik.
Nach Hitlers Machtübernahme wird zunächst ein
Mordanschlag auf Leber verübt, danach wird er
festgenommen, auf Druck der Lübecker Arbeiterschaft
wieder freigelassen und im März erneut verhaftet.
1933-1937 ist er im Gefängnis und im
Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Nach
seiner Entlassung arbeitet er getarnt als
Kohlehändler in Berlin-Schöneberg im Widerstand und
wird hier unter anderem von Gustav Dahrendorf, dem
Vater von Ralf Dahrendorf, von Ernst von Harnack und
Ludwig Schwamb unterstützt.
1940 sucht er Kontakt zur Wehrmachtsführung und
lernt Claus Graf Schenk von Stauffenberg kennen. Er
hat in der Folgezeit Kontakt zu Carl Friedrich
Goerdeler und zum Kreisauer Kreis um Helmuth James
Graf von Moltke. In den Putschplänen des Kreises um
Stauffenberg ist Leber als Innenminister vorgesehen.
Leber wird bereits am 5. Juli 1944 (d. h. vor
dem gescheiterten Putschversuch vom 20. Juli 1944)
von der Gestapo verhaftet. Am 20. Oktober findet vor
dem Volksgerichtshof ein Schauprozess gegen Leber,
Adolf Reichwein, Hermann Maass und Gustav Dahrendorf
statt. Leber wird zum Tode verurteilt, das Urteil am
5. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee vollstreckt.
Die Berliner "Julius-Leber-Kaserne" in Tegel
sowie die Dr.-Julius-Leber-Straße in Lübeck tragen
seinen Namen.
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Julius
Leber aus der freien Enzyklopädie
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Paul Löbe; Bildquelle:
Bundestag |
Paul Gustav Emil Löbe (* 14.
Dezember 1875 in Liegnitz (Schlesien); † 3. August
1967 in Bonn) war ein deutscher Politiker (SPD).
Löbe war gelernter Schriftsetzer. Er gründete 1898
den SPD-Ortsverein von Ilmenau. Hier arbeitete er
auch in einer Druckerei. Zwischen 1900 und 1920
arbeitete er als Chefredakteur der Breslauer
Volkswacht. Er saß wegen seiner Arbeit als Redakteur
oft im Gefängnis. So zum Beispiel wegen des Aufrufs
zu einer Demonstration gegen das
Dreiklassenwahlrecht. 1901 heiratete er Clara
Schaller. Dem 1. Weltkrieg entkam Löbe, da er
aufgrund einer Lungenkrankheit nicht eingezogen
wurde. Die Nationalsozialisten inhaftierten Paul
Löbe nach der Machtergreifung 1933 und aufgrund
seiner Kontakte zum Goerdeler-Kreis erneut nach dem
Attentat vom 20. Juli 1944. 1945 war er Redakteur
der Tageszeitung "Das Volk"", später dann
Mitherausgeber des "Telegraf".
Löbe war seit 1895 Mitglied der SPD. 1933 war er
kurz Parteivorsitzender. Nach dem 2. Weltkrieg
beteiligte er sich maßgeblich am Wiederaufbau der
SPD.
Von 1904-1919 war er Breslauer Stadtverordneter und
von 1915-1920 war er Mitglied im Provinziallandtag
von Schlesien. 1919 wurde er Vizepräsident der
Weimarer Nationalversammlung, von 1920 bis 1933 war
er Mitglied des Deutschen Reichstags. Von 1920 bis
1924 und von 1925 bis 1932 war er auch
Reichstagspräsident, danach von 1932-1933
Vizepräsident. 1921 wurde er Preußischer Staatsrat.
Löbe war 1948/1949 Mitglied im Parlamentarischen Rat
und dort stellvertretender Vorsitzender der
SPD-Fraktion. Von 1949 bis 1953 war Löbe schließlich
auch Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war der
Alterspräsident des Deutschen Bundestages während
der 1. Legislaturperiode, wobei er als Mitglied des
Bundestags nicht vom Volk gewählt worden war,
sondern vom Senat West-Berlins als nicht
stimmberechtigter Abgeordneter nach Bonn delegiert
wurde. Er war die am frühesten geborene Person, die
jemals dem Deutschen Bundestag angehörte; an zweiter
Stelle stand Konrad Adenauer, den er um 3 1/2 Monate
überlebte. [Dieser Artikel basiert
auf dem Artikel
Paul Löbe aus der freien Enzyklopädie
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Philipp Scheidemann
Bildquelle: Bundesarchiv, Bild
146-1979-122-29A |
Philipp Scheidemann (* 26. Juli 1865
in Kassel; † 29. November 1939 in Kopenhagen) war
ein sozialdemokratischer Politiker.
Er bekleidete verschiedene Mandate und Ämter, so als
Stadtverordneter in Kassel von 1908-1911 und
Oberbürgermeister in Kassel von 1920-1925. Der
gelernte Buchdrucker und politische Redakteur
zahlreicher sozialdemokratischer Zeitungen war
außerdem seit 1903 Mitglied der SPD-Fraktion im
Reichstag, seit 1911 Mitglied des Parteivorstandes
der SPD und seit 1913 (nach dem Tod von August
Bebel) Mitvorsitzender der Fraktion bis er im Juni
1918 zum Vizepräsidenten des Reichstag gewählt und
im Oktober 1918 als Staatssekretär in die Regierung
des Prinzen Max von Baden eintrat. Im Verlauf der
Novemberrevolution wurde er Mitglied im Rat der
Volksbeauftragten zusammen mit Friedrich Ebert, und
Otto Landsberg von der SPD, sowie Hugo Haase,
Wilhelm Dittmann und Emil Barth von der USPD. Am 9.
November 1918 rief Scheidemann von einem Fenster des
Reichstagsgebäudes die Republik aus.
26. Juli 1865 wurde Philipp
Scheidemann als Sohn eines Polsterermeisters in
Kassel geboren. In Kassel besuchte er sowohl die
Bürgerschule als auch die Höhere Bürgerschule. Seine
Schulbildung beendete er mit einer
Schriftsetzerlehre von 1879 bis 1883. Im Jahr 1883
trat Scheidemann als überzeugter Sozialist in die
SPD ein. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich in
den folgenden Jahren als Schriftsetzergehilfe,
Faktor und Redakteur bei sozialistischen Zeitungen.
1903 wurde er schließlich bis 1933
Reichstagsabgeordneter für einige Wahlkreise in
Düsseldorf und Hessen. Von 1911 bis 1918 war
Scheidemann zuerst im Parteivorstand der SPD, später
übernahm er zusammen mit Hugo Haase den
Fraktionsvorsitz der SPD. Während des Ersten
Weltkriegs wandte sich Scheidemann gegen die
Propaganda für einen Siegfrieden und trat für einen
Verständigungsfrieden ein. 1917 wurde er in den
Parteivorstand der SPD gewählt. 1918 war Scheidemann
unter Max von Baden Staatssekretär, er legte jedoch
nach der Abdankung Kaiser Wilhelms II. sein Amt
nieder und verkündete die Deutsche Republik. 1918
bis 1919 bildete er mit fünf weiteren USPD und SPD
Politikern den Rat der Volksbeauftragten. Vom 13.
Februar bis zum 20. Juni 1919 war Scheidemann der
erste Reichsministerpräsident (Reichskanzler) einer
demokratisch gewählten Regierung in Deutschland,
trat jedoch aus außenpolitischen Gründen zurück. Er
hatte sich gegen die Unterzeichnung des Versailler
Vertrages festgelegt - eher, so sagte er, sollte ihm
die Hand verdorren. Scheidemanns Haltung zum
Versailler Vertrag war insofern nicht aufrichtig,
weil von ihm schon aus dem August 1914 die Kenntnis
davon überliefert ist, dass das Kaiserreich eine Art
von Präventivkrieg führe. In seiner Zeit als
Reichsministerpräsident hatte er sich bei den
internen als auch bei öffentlichen Diskussionen zur
Frage der deutschen Kriegsschuld nicht geäußert.
Unter dem Pseudonym Henner Piffendeckel
veröffentlichte er einige Bücher in Kasseler
Mundart. Im Jahr 1922 - während seiner Amtszeit als
Oberbürgermeister von Kassel - verübten Mitglieder
der Organisation Consul ein Attentat mit Blausäure
auf ihn. Scheidemann emigrierte 1933 nach Dänemark.
Am 29. November 1939 starb er in Kopenhagen.
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Philipp Scheidemann aus der freien Enzyklopädie
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Kurt Schumacher; Bildquelle:
SPD |
Kurt Schumacher (* 13. Oktober 1895
in Culm, Westpreußen; † 20. August 1952 in Bonn) war
ein deutscher Politiker.
Er war Parteivorsitzender der SPD von 1946 bis 1952
und SPD-Fraktionsvorsitzender im ersten Deutschen
Bundestag von 1949 bis 1952.
Kurt Schumacher war in der Zeit von 1945 bis 1949
maßgeblich am Wiederaufbau der SPD in
Westdeutschland beteiligt. In den ersten Jahren der
Bundesrepublik war Schumacher der große Gegenspieler
Konrad Adenauers. Auch wenn Schumacher langfristig
mit seinen politischen Vorstellungen zum größten
Teil scheiterte, gehörte er doch zu den
Gründervätern der Bundesrepublik Deutschland.
Umfangreiche Informationen zu Kurt Schumacher finden Sie bei
Wikipedia.
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Joseph Wirth Bildquelle:
Bundesarchiv, Bild 146 III-105 |
Karl Joseph Wirth (* 6. September
1879 in Freiburg im Breisgau; 3. Januar 1956 ebenda)
war Zentrums-Politiker und vom 10. Mai 1921 bis zum
14. November 1922 Reichskanzler der Weimarer
Republik.
Nach Studium der Sozialökonomie und der Mathematik
wurde Wirth 1908 Realgymnasialprofessor. 1913 zog er
als Zentrumsabgeordneter in den badischen Landtag
ein, 1914 wurde er Mitglied des Reichstags.
1918 wurde er badischer Finanzminister, nach der
Ermordung Matthias Erzbergers war er von März 1920
bis Oktober 1921 Reichsfinanzminister. 1921 bis 1922
war er Reichskanzler und stand dabei einer
Minderheitsregierung aus SPD, DDP und Zentrum vor.
Wirth war Befürworter der so genannten
Erfüllungspolitik, mit der er zeigen wollte, dass
die Reparationsverpflichtungen die wirtschaftliche
Leistungsfähigkeit des Deutschen Reichs übersteigen
würde, um sie so revidieren zu können. Joseph Wirth
unterzeichnete zusammen mit Walther Rathenau den
Vertrag von Rapallo.
1929 bis 1930 war Wirth Reichsminister für die
besetzten Gebiete, von 1930 bis 1931 diente er als
Reichsinnenminister. Während der Zeit des Dritten
Reiches emigrierte Wirth in die Schweiz.
Bekannt ist Wirth vor allem durch seine
Reichstagsrede nach der Ermordung Walther Rathenaus
1922 mit dem berühmten Zitat "Der Feind steht
rechts".
Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Wirth den
neutralistisch orientierten Bund der Deutschen
(BdD).
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