Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold
Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold
 
Gefährdung der Weimarer Republik
Gründung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold
In der Tradition der Revolution von 1848
Der Tod Friedrich Eberts und die Reichspräsidentenwahl von 1925
Denkmäler für Friedrich Ebert, Matthias Erzberger und Walther Rathenau
Volksentscheid gegen die Fürstenabfindung
Gründungsfeiern und Generalversammlungen
Republikanische Tage und Fahnenweihen
Verfassungsfeiern am 11. August
Jugend im Reichsbanner
Freiwilliger Arbeitsdienst des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold
Eine republikfeindliche Justiz
Kampf gegen den Nationalsozialismus 1930 – 1933
Die Schutzformationen des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold
Die Eiserne Front
Todesopfer im Kampf für die Republik
„... mit sturmzerfetzten Fahnen ...“ Januar – März 1933
Verfolgung und Widerstand
Verfolgung und Widerstand
Reichsbanner-Kundgebung
Karl Höltermann (1894 – 1955) auf der Reichsbanner- Kundgebung vor dem Berliner Schloss am 19. Februar 1933; Quelle: BArch

Der Terror unmittelbar nach der nationalsozialistischen Regierungsübernahme und vor allem seit März 1933 bedeutete für viele Angehörige des Reichsbanners unmittelbare Lebensgefahr. Bekannte Funktionäre mussten Deutschland verlassen. Der Bundesvorsitzende Karl Höltermann floh im Mai 1933 nach Amsterdam und überlebte den Zweiten Weltkrieg im Exil in Großbritannien. Hubertus Prinz zu Löwenstein, Gründer und Führer des „Vortrupps“, der Reichsbanner-Jugendorganisation, emigrierte Ende April 1933 zuerst nach Österreich und 1935 in die Vereinigten Staaten, wo er sich immer wieder für demokratische Ideen einsetzte und ein Bild vom „anderen Deutschland“ vermitteln wollte. Der stellvertretende Führer des „Vortrupps“, Volkmar Zühlsdorff, musste Deutschland im Mai 1933 verlassen und blieb auch in der Emigration eng mit Hubertus Prinz zu Löwenstein verbunden.

Jüngere, zumeist weltkriegserfahrene „militante“ Sozialisten wie Julius Leber, Wilhelm Leuschner, Kurt Schumacher, Theodor Haubach und Carlo Mierendorff, die auf eine härtere Bekämpfung der Nationalsozialisten gedrängt hatten, lehnten es 1933 ab, zu emigrieren. Sie begannen vielmehr mit der Organisierung des Widerstandes im Lande. Als bekannte Sozialdemokraten wurden sie jedoch sehr bald verhaftet und verbrachten Jahre in Konzentrationslagern. Nach ihrer Freilassung stießen Mierendorff, Leuschner, Leber und Haubach zu den Verschwörern des 20. Juli 1944. Mierendorff starb bei einem Luftangriff 1943 in Leipzig, Leuschner, Leber und Haubach wurden nach dem gescheiterten Umsturzversuch vom 20. Juli 1944 zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee ermordet. Auch andere Spitzenfunktionäre des Reichsbanners wie Johannes Stelling oder Otto Eggerstedt wurden 1933/34 von den Nationalsozialisten ermordet oder wie Kurt Schumacher oder Karl Heinrich jahrelang in Konzentrationslagern inhaftiert. Die Masse der Reichsbannerleute blieb in den nationalsozialistischen Jahren ihren Idealen treu. Vor Ort hielten die Gesinnungsgenossen Kontakt im kleinsten Kreis, unterstützten die Familien Inhaftierter, halfen einander in Verfolgung und Not. Einzelne Fahnen, Uniformen, Schriften und Erinnerungsstücke wurden in Verstecken über die braunen Jahre gerettet. Haubach und Heinrich unternahmen Anstrengungen, landesweit eine Untergrundgruppe aufzubauen, und konnten dafür vor allem in Berlin und Hamburg zahlreiche Anhänger gewinnen.